Wenn man schon einmal dort ist, sollte man ein Café besuchen, das in Erinnerung bleibt! 7 ausgewählte Retro-Cafés in Kyoto

KYOTREAT-Redaktion.

In letzter Zeit stehen Cafés im Retro-Stil im Mittelpunkt des Interesses, in denen man sich fast wie in die Shōwa-Zeit zurückversetzt fühlt.
Dieses Café, in dem man typische Gerichte aus dem guten alten Café genießen kann – wie Cream Soda in leuchtenden Farben, festen Pudding, den klassischen festen Pudding, Parfaits mit roten Kirschen und Eiersandwiches –, erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit als Ort, an dem man in einer entspannten Atmosphäre das Besondere erleben kann.
Wenn man nur wenig Zeit auf einer Reise hat, möchte man doch gerne Restaurants oder Cafés besuchen, die etwas bieten, das man nur dort erleben kann. Man möchte schließlich keine einzige Mahlzeit verschwenden.
Tatsächlich gibt es in Kyoto zahlreiche solcher Retro-Cafés.
In der frühen Shōwa-Zeit entstanden Cafés mit eigener Kaffeerösterei und im europäischen Stil eingerichtete Lokale, die zu neuen Orten der Erholung wurden. Hier trafen sich Handwerker traditioneller Berufe, Selbstständige, Universitätsprofessoren, Schriftsteller und Studenten, und so entwickelte sich die Café-Kultur von Kyoto.
Deshalb stellen wir Ihnen diesmal sieben einzigartige Retro-Cafés vor, die Sie unbedingt besuchen sollten, wenn Sie nach Kyoto kommen.

„Café Hisui“ – Genießen Sie eine entspannte Zeit, als wären Sie in die Shōwa-Ära zurückversetzt worden

Als Erstes möchte ich Ihnen das im Jahr Shōwa 36 gegründete traditionelle Café „Hisui“ vorstellen. Es liegt knapp 10 Gehminuten von der Station Kitaōji der städtischen U-Bahn entfernt. Das Café wurde bereits mehrfach in Fernsehsendungen vorgestellt und diente auch schon als Drehort für Fernsehserien. Es ist eines der repräsentativsten Retro-Cafés in Kyoto.
Die drei Streifen in Hellblau, Blau und Rot an der massiven Betonfassade, die Fliesen an der Eingangswand und die Lebensmittelattrappen sowie die Aufschrift „Kohii to Oshokuji“ auf der Glastür – all diese verschiedenen Elemente tragen gemeinsam dazu bei, eine Retro-Atmosphäre zu schaffen.
Im Inneren des Lokals erstreckt sich ein ruhiger, großzügiger Raum, in dem an vielen Stellen edles Holz zum Einsatz kommt. Auch die dekorativ gestalteten Leuchten wirken luxuriös! Und die Vierer-Sofagruppen mit ihren bezaubernden, edel anmutenden Blumenstickereien sind ordentlich aufgereiht.
Sobald man sich hinsetzt, ist es viel weicher als erwartet! Durch diesen Komfort bleibt man unwillkürlich länger sitzen.
An einigen Tischen stehen sogar alte Spielautomaten. Das weckt Erinnerungen!
Es gibt sowohl Sitzplätze in Nischen als auch an der Theke sowie runde Tische, an denen größere Gruppen Platz finden – ein weiterer Pluspunkt, da sich das Lokal für verschiedene Anlässe eignet.

Die Öffnungszeiten sind von 9:00 bis 21:00 Uhr (sonntags nur bis 20:00 Uhr). Von 9:00 bis 11:00 Uhr können Sie das Frühstücksangebot genießen.
Insgesamt gibt es drei Varianten: das Toast-Frühstück, das Sandwich-Frühstück und das Hotdog-Frühstück. Bei den Getränken steht eine vielfältige Auswahl zur Verfügung, darunter Kaffee-Mischung, Tee, Coca-Cola und Grapefruitsaft.
Besonders empfehlenswert ist das Sandwich-Frühstück. Das Schinkensandwich mit dick geschnittenem Schinken und Gurke passt perfekt zur Senf-Mayonnaise, und zum Salat gehört auch ein Eiersalat aus gekochten Eiern mit Mayonnaise – man kann ihn auch gut zu einem Eiersandwich umgestalten.

Besonders hervorzuheben ist zudem die große Auswahl an Speisen. Dazu gehören Brotgerichte wie Pizza-Toast und gemischte Sandwiches, Menüs wie Fisch in Soße, Miso-Tonkatsu und Sirloin-Steak sowie leichte Gerichte wie Rindfleisch-Curry, gebratene Udon-Nudeln und Spaghetti alla Napoletana. Die Auswahl ist so groß, dass man fast aufgibt, alles aufzuzählen.
Wenn man von typischen Retro-Gerichten spricht, ist Omurice wohl das Paradebeispiel.
Dieses Omurice ist einfach unglaublich reichhaltig. Wenn man den Teller anhebt, fühlt er sich richtig schwer an (lacht).
Der mit einem dünnen Omelett umhüllte Ketchup-Reis ist mit reichlich Zutaten wie Paprika und Würstchen gefüllt und hat einen milden, köstlichen Geschmack.
Das Geheimnis des Geschmacks liegt in der hausgemachten Demi-Glace-Soße★ Gerade weil wir Wert auf Eigenherstellung legen, ist sie zwar reichhaltig und vollmundig, aber dennoch nicht schwer im Magen, sodass man immer weiter isst.
Als Beilage gibt es Krautsalat und eine Suppe – toll, dass man sich damit eine kleine Pause vom Essen gönnen kann!

Auch bei den Desserts sind alle Stars versammelt!
Das „Fruchtparfait“ besteht aus Vanilleeis mit Orangenstücken, Apfelstücken, Kiwi-Stücken und Bananenstücken sowie Orangensauce. Es enthält frisches Obst, reichlich Schlagsahne und eine großzügige Portion fruchtiger Orangensauce. Dieses traumhafte Dessert bietet eine Vielzahl von Geschmacksnuancen, sodass man es bis zum letzten Bissen genießen kann, ohne dass es langweilig wird.
Darüber hinaus gibt es eine Auswahl an Pfannkuchen, Kaffeegelee, Ogura-Sandy und Pudding à la mode – die Auswahl ist so groß, dass man sich kaum entscheiden kann, was man bestellen soll.
Die Speisekarte ist so umfangreich, dass man zu jeder Tageszeit und mit jedem Begleiter voll und ganz zufrieden sein wird. Da es sich zudem um ein großes Lokal handelt, kann man hier ganz entspannt Zeit verbringen, ohne auf die Uhr zu achten. Genießen Sie eine entspannte Auszeit in diesem ruhigen Retro-Ambiente.

„Kissa Hanano Ki“ – ein traditionelles Café, das bei zahlreichen Stars beliebt ist

Als Nächstes kommt das traditionsreiche Café „Kissa Hanano Ki“, das 1966 gegründet wurde.
Das Hotel liegt in der Nähe der Kreuzung Karasuma-Shimei, etwa 5 Gehminuten von der Station Kuramaguchi der städtischen U-Bahn-Linie Karasuma entfernt.
Der Kontrast zwischen Rot und Schwarz am Zelt fällt sofort ins Auge.

Sobald man das Café betritt, fühlt man sich wie in einer ganz anderen Welt – ganz anders als die entspannte Atmosphäre des umliegenden Wohnviertels. Es erwartet einen ein großzügiger Raum im Antikstil. Der Anstoß für die Eröffnung war offenbar der Wunsch des ersten Inhabers, in Japan ein Café zu schaffen, wie er es einst in Frankreich kennengelernt hatte.

Der Boden weist ein auffälliges Schachbrettmuster auf und vermittelt einen dynamischen und modernen Eindruck.
Der Tisch ist aus Kupfer. Er ist auf Hochglanz poliert und strahlt eine elegante Helligkeit aus.
An verschiedenen Stellen sind stilvolle und einzigartige Leuchten angebracht, die dem Raum noch mehr Charme verleihen.

Und tatsächlich soll der Schauspieler Ken Takakura hier Stammgast gewesen sein. Hinter der Theke hängt ein großes Bild des französischen Filmschauspielers Jean Gabin, das Ken Takakura dem Lokal geschenkt haben soll.
Außerdem ist an dem Platz, den Ken Takakura besonders mochte, ein Foto von ihm aufgehängt.
Die Speisekarte entspricht genau dem eines klassischen Cafés.
Es gibt verschiedene Kaffeesorten wie heißen Kaffee, Wiener Kaffee und Café au lait – und sogar etwas, das sich „Wiener Tee“ nennt. Der heiße Kaffee besticht durch seine kräftige Bitterkeit und einen vollmundigen Geschmack. Außerdem gibt es Bananensaft, Soda Float, Toast und Croissants.
Zur Mittagszeit werden Curryreis, Hayashi-Reis, gemischte Sandwiches, Trockencurry und italienische Spaghetti angeboten. Der Curryreis soll ein Lieblingsgericht von Ken Takakura gewesen sein. Er ist reichlich mit fein geschnittenem Gemüse garniert und zeichnet sich durch eine sanfte Süße aus. Das Hayashi-Reis hat einen so vollmundigen Geschmack, dass man vermuten könnte, es sei lange geschmort worden. Es enthält außerdem reichlich Fleisch. Vielleicht ist nicht nur das wunderschöne Ambiente, sondern auch die reichhaltige Auswahl an Gerichten das Geheimnis dafür, dass dieses Lokal seit langem so beliebt ist.
Verbringen Sie entspannte Momente in einem außergewöhnlichen Ambiente, das von den großen Schauspielern der Shōwa-Zeit geliebt wurde und in dem angenehme klassische Musik erklingt,
Wie wäre es, wenn Sie es einmal ausprobieren?

  • ■ Café Hanano Ki
  • Adresse: 32-8 Koyama-Nishikaike-cho, Kita-ku, Kyoto
  • Tel.: 075-432-2598

„Café Soir“ – Tauchen Sie ein in eine geheimnisvolle Welt in Blau

Foto: KYOTREAT-Redaktion

Als Nächstes stellen wir Ihnen das „Café Soir“ vor, das oft auf den Titelseiten von Reiseführern zu sehen ist. Es zieht weiterhin viel Aufmerksamkeit auf sich und vor dem Café bilden sich stets lange Schlangen.
Etwa 1 Minute zu Fuß vom Bahnhof „Kawaramachi“ der Hankyu-Kyoto-Linie entfernt. Das Lokal befindet sich direkt an der Ecke, wenn man von der Shijo-Straße nach Norden in die Kiyamachi-Straße abbiegt, die am Takase-Fluss entlangführt.
Das Unternehmen wurde kurz nach Kriegsende im Jahr 1948 (Shōwa 23) gegründet. Der Name des Geschäfts leitet sich angeblich vom französischen Wort “Soirée” ab, was so viel wie „abendliche Zusammenkunft“ oder „Abendveranstaltung“ bedeutet.

Das Äußere mit seinen Holzelementen und weißen Wänden versprüht ein wenig Tiroler Flair. Das Schaufenster, in dem Kaffeetassen ausgestellt sind, strahlt den Retro-Charme der Shōwa-Zeit aus. Die Holzelemente, die an einen Transom erinnern, sind mit feinen Schnitzereien von Weintrauben und Früchten verziert. Es heißt, das Gebäude sei nach dem Vorbild einer französischen Kirche errichtet worden.
Und links neben der Eingangstür hängt ein gerahmtes Gedicht von Isamu Yoshii, einem Mitglied des Adels aus der Taishō- und Shōwa-Zeit, der als Schriftsteller, Dichter und Drehbuchautor tätig war: „Seit jenem Abend, an dem mich der Duft des Kaffees überwältigte, bin ich wohl zu einem Träumer geworden.“ Es zeugt von der langen Geschichte dieses Ortes.

Sobald man den Laden betritt, eröffnet sich eine blaue Welt, die eine geradezu geheimnisvolle und traumhafte Atmosphäre ausstrahlt.
Laut der offiziellen Website wurde diese blaue Beleuchtung eingeführt, nachdem der Gründer bei der Eröffnung von seinem Freund, dem Färbeforscher Rokuro Uemura (ehemaliger Direktor des Internationalen Museums für Färbe- und Webkunst und Professor an der Osaka-Universität für Künste), den Rat erhalten hatte: „Blaues Licht lässt Frauen schön und Männer jugendlich erscheinen – man sollte es daher für die Beleuchtung des Ladens verwenden.“ Damals wurde das Lokal offenbar auch gelegentlich als Ort für arrangierte Verabredungen genutzt.

Auch im Inneren des Lokals finden sich überall Skulpturen mit Traubenmotiven, und es sind zahlreiche Originalgemälde von Seiji Togo ausgestellt. Togo war ein westlicher Maler, der als „Schönheitsmaler der Shōwa-Zeit“ bekannt war und nach dem Krieg die Welt im Sturm eroberte. Die als „Seiji-Schönheiten“ gepriesenen, verführerischen Frauen und die lyrische Atmosphäre verleihen dem Innenraum ein melancholisches Flair.
Der Gründer, Herr Motoki, war ein Sammler von Togōs Werken, und bald darauf begann auch Togō selbst, das Geschäft zu besuchen. Togō gefiel das Geschäft so gut, dass er angeblich eigens Bilder dafür malte; noch heute zieren seine Motive Untersetzer, Becher und Tassen und verleihen dem Ganzen einen noch stärkeren Retro-Charakter.

Das Aushängeschild der Speisekarte ist zweifellos der “Jelly Punch”. Er wurde 1975 von der Ehefrau des Inhabers der zweiten Generation entwickelt, die sich wünschte, dass „nicht nur Männer, sondern auch Frauen das Lokal besuchen“. In der Limonade schwimmen Gelees in verschiedenen Farben wie Rot, Violett, Hellblau und Gelb, was an ein Buntglasfenster erinnert.
Das Erfrischungsgetränk wurde 1889 auf den Markt gebracht und wird seit über 100 Jahren nach einem unveränderten Rezept hergestellt. Mit seiner sanft sprudelnden Kohlensäure und seiner milden Süße erfreut es sich seit langem bei Menschen aller Altersgruppen großer Beliebtheit.

Neben „Jelly-Punsch“ gibt es auch „Jelly-Milch“, „Jelly-Joghurt“, „Jelly-Punsch-Float“, „Jelly-Wein“, „Jelly-Kaffee“ und „Jelly-Kaffee-Float“. Außerdem gibt es Kaffee, Kakao, Kuchen, Toast und andere Café-Gerichte sowie Cocktails.

Außerdem gibt es Cream Soda mit einer Kugel cremigem Vanilleeis als Topping. Orange, Violett, Zitrone, Sky Blue
Die sechs Farben – Lou, Erdbeere und Melone – sowie das vielfältige Sortiment machen den Reiz aus.
Es ist schön, sich in diesem Raum voller nostalgischer, außergewöhnlicher Atmosphäre zu befinden und die Gedanken in die Shōwa-Zeit schweifen zu lassen, in der sich Kulturschaffende versammelten.
Schienbein.

„Café François“ – das erste Café in ganz Japan, das zum materiellen Kulturgut erklärt wurde

Als Nächstes stellen wir Ihnen mit dem „Café François“ ein weiteres der für Kyoto typischen Retro-Cafés vor.
Wenn man vom westlichen Ende der Shijo-Kobashi-Brücke aus ein Stück entlang des Takase-Flusses in Richtung Süden geht, taucht ein weißes Gebäude auf, das mit eleganten Buntglasfenstern und Straßenlaternen geschmückt ist und besonders ins Auge fällt.
Das 1934 gegründete Café galt damals als beliebter Treffpunkt, an dem sich Maler und literarische Größen versammelten und lebhafte Diskussionen führten. Im Januar 2003 wurde dieses Gebäude als erstes Café Japans in das Verzeichnis der registrierten materiellen Kulturgüter des Landes aufgenommen.

Der Name des Cafés „François“ geht angeblich auf den französischen Maler François Millet zurück.
Der Gründer war Shoichi Tateno, damals Student an einer Kunsthochschule. Unter dem Einfluss eines von ihm verehrten älteren Kommilitonen engagierte er sich in der Arbeiterbewegung und eröffnete 1934 ein Café, um den Aktivisten eine Existenzgrundlage zu bieten und für den Sozialismus zu werben.

Die Inneneinrichtung ist im italienischen Barockstil gehalten und erinnert an die Halle eines Luxuskreuzfahrtschiffs. Die weiße, kuppelförmige Decke, die prächtigen Kronleuchter und die Buntglasfenster schaffen eine ganz eigene Atmosphäre, und wenn man sich in dem von klassischer Musik erfüllten Raum aufhält, hat man das Gefühl, in eine andere Zeit versetzt worden zu sein.

In den Räumlichkeiten von François zur Gründungszeit hingen Reproduktionen berühmter Gemälde, die der Gründer, Herr Tateno, aus seiner persönlichen Sammlung zusammengetragen hatte. Dazu gehörten „Der Sämann“ und „Die Ährenleserinnen“ von François Millet, „Mona Lisa“ von Da Vinci, „Das Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Vermeer sowie „Der Frühling“ und „Die Geburt der Venus“ von Botticelli. Auch heute noch schmücken diese Gemälde das Interieur des Lokals.

Auch die Speisekarte entspricht der Tradition eines klassischen Cafés. Eines der Aushängeschilder ist der Wiener Kaffee. Eine sanfte Köstlichkeit, bei der sich cremige Schlagsahne, eine dezente Bitterkeit und Säure sowie eine ausgewogene Süße harmonisch miteinander verbinden. Auch die Tasse strahlt einen Hauch von Retro aus.

Eine meiner persönlichen Lieblingsspeisen ist Kaffee-Gelee. Es hat eine wunderbar cremige, weiche Konsistenz und zeichnet sich durch einen ausgeprägten bitteren Geschmack und ein intensives Aroma aus. Die Süße und Cremigkeit lässt sich ganz nach Belieben durch die Zugabe von Vanilleeis regulieren. Dieses Kaffee-Gelee, bei dem man die Harmonie mit dem Eis genießen kann, ist wohl ein echter Geheimtipp auf der Speisekarte.

Auch den „Spezialpudding“ sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Anlässlich der Ausstellung „Kyoto – Stadt der modernen Architektur“ im Jahr 2021, die zum einjährigen Jubiläum der Eröffnung des Kyocera-Kunstmuseums stattfand, wurden alte Gerichte wieder ins Programm aufgenommen, die seitdem zu festen Bestandteilen der Speisekarte geworden sind.
Der festere Pudding besticht durch seinen intensiven Eier- und Vanillegeschmack. Dazu kommen eine leicht bittere Karamellsauce, leicht gesüßte Schlagsahne sowie hausgemachte Orangenkonfitüre, die sich durch ihre frische Säure und ihre knusprige Konsistenz auszeichnet – so lassen sich in einem einzigen Gericht vielfältige Geschmacksnuancen, Aromen und Texturen genießen.

Der Rare-Cheesecake ist unglaublich cremig! Genießen Sie die zartschmelzende Harmonie aus dänischem Frischkäse und Schlagsahne.
Genießen Sie das Gericht zunächst so, wie es ist, und probieren Sie dann nach und nach, wie sich der Geschmack verändert, wenn Sie die Blaubeersauce untermischen.
Obwohl es sich um ein äußerst traditionelles Café handelt, ist es auch abends relativ lange geöffnet. Wie wäre es, wenn Sie es bei verschiedenen Anlässen genießen – vom Frühstück über das Abendessen bis hin zu einem Drink nach dem Feiern?

„Tsukiji“ – ein überwältigendes Retro-Flair, das durch die imposante Atmosphäre entsteht

Das Café, das wir als Nächstes vorstellen, ist ebenfalls eines der bekanntesten Cafés in Kyoto.
Das Unternehmen wurde 1934 gegründet und befindet sich in einem zweistöckigen Gebäude im westlichen Stil, das in einer Seitenstraße abseits des Trubels von Kawaramachi liegt. Besonders ins Auge fallen die bunten Fliesen an den Wänden, und an der Brüstung des Balkons im zweiten Stock hängt ein Schild mit der Aufschrift „Tsukiji“. Der Gründer, der ursprünglich Schauspieler werden wollte, soll den Namen vom „Tsukiji-Kleintheater“ in Tokio abgeleitet haben.
Es heißt, dass dies das erste Lokal in Kyoto war, in dem Wiener Kaffee serviert wurde, und er ist mittlerweile das Aushängeschild des Hauses.

Sobald man das Lokal betritt, sieht man eine doppelflügelige Federtür, wie man sie aus Westernfilmen kennt. Wenn man sie mit beiden Händen aufdrückt, eröffnet sich vor einem eine Welt, die sich völlig vom Trubel rund um Kawaramachi unterscheidet. Ein Raum voller exotischer Atmosphäre breitet sich aus.

Das Interieur strahlt eine gediegene Atmosphäre aus, die dem Sammelleidenschaft des ersten Besitzers zu verdanken ist. Ölgemälde, Holzreliefs, bemalte Teller und Uhren sind hier ausgestellt, und dazu erklingt feierliche klassische Musik. Man hat das Gefühl, in eine Welt geraten zu sein, die völlig losgelöst von der Außenwelt ist.

Wenn man hier einen heißen Kaffee bestellt, wird einem tatsächlich ein Wiener Kaffee serviert. „Was? Meint man mit ‚heiß‘ normalerweise nicht Filterkaffee?“, dachte ich und starrte den Kellner an, doch er servierte mir ganz gelassen einen Wiener Kaffee – heißen Kaffee mit Schlagsahne – und ich war zunächst wirklich überrascht. Es ist ein wirklich einzigartiges Café, in dem es keinen Filterkaffee auf der Speisekarte gibt.

Die Ausgabe von Wiener Kaffee begann unmittelbar nach Kriegsende.
Da es sich um eine Zeit mit knappen Vorräten handelte, verwendeten viele Geschäfte minderwertige Sahne, die sich auch beim Aufschlagen nicht aufschäumen ließ. Wir hingegen setzten von Anfang an auf hochwertige Sahne, die sich gut aufschäumen ließ, und erfreuten uns damit großer Beliebtheit. Wir verwenden tief geröstete Bohnen mit vollem Geschmack, die perfekt zu unserer vollmundigen, aber nicht zu süßen Sahne passen!

Das Angebot beschränkt sich konsequent ausschließlich auf Kuchen, es gibt keine leichten Snacks. Die Spezialität des Hauses ist der Mousse-Kuchen. Die nicht zu süße Mousse, umhüllt von einer weißen, luftigen und cremigen Glasur, enthält Früchte. Dazu wird eine Blaubeersauce gereicht, die dem Geschmack und der Textur eine besondere Note verleiht. Das niedliche Aussehen mit den als Verzierung aufgesetzten Kirschen wirkt so anmutig wie das einer Prinzessin.
Wie wäre es mit einem Besuch, um das Gefühl zu erleben, als wäre man in die frühe Shōwa-Zeit zurückversetzt worden?

  • ■Tsukiji
  • Adresse: 384-2 Komeya-cho, Nakagyo-ku, Kyoto
  • Tel.: 075-221-1053

„Smart Coffee Shop“ – Hotcakes mit einem wohlig-milden Geschmack und unser hausgerösteter Kaffee, auf den wir besonders stolz sind

Das nächste Café heißt „Smart Coffee“. Es befindet sich in der Einkaufsstraße „Teramachi Senmontenkai“, in der sich Antiquitätenläden und Geschäfte für japanische Schreibwaren aneinanderreihen. Die Anbindung ist hervorragend: nur 1 Minute zu Fuß von der U-Bahn-Station „Kyoto Shiyakusho-mae“ der Tozai-Linie und 5 Minuten zu Fuß vom Bahnhof „Keihan Sanjo“ entfernt!
Das Lokal wurde 1932 als „Smart Lunch Room“ eröffnet. Nach dem Krieg wurde es zu einem Café.
Der Name „Smart“ steht für unser Bestreben, einen „aufmerksamen Service“ zu bieten.
Die große Kaffeemühle im Laden fällt besonders ins Auge und weckt die Vorfreude auf einen köstlichen Kaffee.

Die Inneneinrichtung soll an eine Schweizer Berghütte erinnern, und die durch den großzügigen Einsatz von Holz und Ziegeln geschaffene, warme Atmosphäre lässt einen sofort zur Ruhe kommen. Bei klassischer Hintergrundmusik ist dies ein Ort, der den unterschiedlichsten Bedürfnissen gerecht wird – sei es, um gemeinsam mit jemandem Süßigkeiten zu genießen oder allein ein Buch zu lesen.

Das Besondere an diesem Lokal ist zweifellos der selbst geröstete Kaffee. Am Eingang steht eine große Röstmaschine aus Deutschland.
Wir verwenden fünf verschiedene Kaffeesorten aus Kolumbien, Brasilien, Äthiopien, Indonesien und der Dominikanischen Republik. Unsere Originalmischung wird so zusammengestellt, dass die individuellen Eigenschaften dieser fünf Sorten zur Geltung kommen. Nach einer Reifezeit von mindestens zwei Tagen gelingt es uns, den Geschmack von „Smart Coffee“ stets wiederherzustellen.

Der Kaffee wird mit einem Seidenfilter aufgebrüht. Nach dem Aufbrühen lässt man ihn etwa fünf Minuten ruhen, damit sich der Geschmack entfalten kann, bevor er serviert wird. Dadurch soll sich der Geschmack kaum verändern, und der Kaffee schmeckt auch noch köstlich, wenn er abgekühlt ist. Es ist ein einzigartiger Geschmack, bei dem man die Sorgfalt des Hauses deutlich spürt – eine perfekte Harmonie aus Bitterkeit und Säure.

Die Spezialitäten des Hauses sind Pfannkuchen, French Toast und hausgemachter Pudding.
Insbesondere die Hotcakes haben einen sehr schlichten Geschmack und sind seit der Gründung des Unternehmens sehr beliebt.
Es heißt, dass nicht nur die berühmte Hibari Misora, sondern auch viele andere Prominente dieses Gericht gerne gegessen haben. Viele Stammgäste bestellen es angeblich zum Frühstück.
Die Zutaten – Eier, Milch, Zucker, Mehl, Backpulver und Aromastoffe – sind einfach, und das Rezept der ersten Inhaberin (der Großmutter des derzeitigen Inhabers) wird bis heute beibehalten.
Wenn man den Teig nach dem Vermengen kurz ruhen lässt und ihn dann auf einer dicken Eisenplatte backt, geht er schön auf und erhält eine gleichmäßige Dicke.
Wenn man es reichlich mit hausgemachtem Sirup von genau der richtigen Süße tränkt, durchströmt einen ein Gefühl purer Glückseligkeit.
Es ist ein Gericht, das beim Verzehr ein Gefühl von Nostalgie weckt.

Auch French Toast erfreut sich als Frühstücksgericht großer Beliebtheit.
Die Oberfläche ist knusprig und perfekt gebacken. Dazu duftet es zart nach Butter. Wenn man mit dem Messer hineinschneidet, ist das Innere luftig und cremig.
Probieren Sie es zunächst pur und genießen Sie die zarte Süße des Teigs. Wenn Sie es anschließend mit reichlich Ahornsirup übergießen und essen, werden Sie von einem unbeschreiblichen Glücksgefühl erfüllt.
Der Pudding ist etwas fester und entspricht dem klassischen, traditionellen Stil. Er hat einen intensiven Eiergeschmack, und die leicht süße Karamellsauce verleiht ihm eine besondere Tiefe. Bestellen Sie ihn zusammen mit einem Kaffee und genießen Sie in aller Ruhe die perfekte Harmonie dieser Kombination.

Außerdem erfreut sich auch dieses Eierbrötchen großer Beliebtheit, was den aktuellen Trend zu Eierbrötchen widerspiegelt.
Das Toastbrot stammt von der berühmten Bäckerei Shinshindo in Kyoto. Es ist mit Butter und Senf bestrichen. Dazwischen liegt ein heißes Omelett, das nur mit Salz gewürzt und bei hoher Temperatur kurz gebraten wurde! Der Geschmack ist so sanft und köstlich, dass man es geradezu verschlingt (lacht).

Was mich außerdem freut: Zur Mittagszeit kann man im zweiten Stock klassische westliche Küche genießen.
Auf der Speisekarte stehen Mittagsgerichte und À-la-carte-Gerichte, aber besonders empfehlenswert ist das „Smart Lunch“ mit zwei Hauptgerichten!
Bei einer Auswahl aus Cremekroketten, frittierten Garnelen, Hacksteaks, Hähnchenschnitzeln und dem Tagesgericht fällt die Entscheidung doch schwer, oder? Und das zu so günstigen Preisen.
Da es an manchen Tagen etwas voll werden kann, empfehlen wir Ihnen, frühzeitig loszugehen.
Es gibt übrigens auch eine Filiale des „Smart Coffee Shop“ in Uzumasa, und da diese in der Nähe des Filmstudios liegt, kann man dort anscheinend manchmal Prominente sehen.
In allen Lokalen ist die Qualität des angebotenen Kaffees und der Speisen hoch, und man hält dort an traditionellen Rezepten und Stilen fest. Besuchen Sie diese Lokale doch einmal, um in nostalgische Stimmung zu kommen.

„Rokuyosha – Kellerfiliale“: Vorreiter im Bereich der eigenen Kaffeeröstung. Genießen Sie die perfekte Harmonie von Kaffee und handgemachten Donuts.

Foto: KYOTREAT-Redaktion

Zum Schluss möchten wir Ihnen noch die 1950 gegründete „Rokuyosha-Filiale im Untergeschoss“ vorstellen.
Obwohl es sich an der südöstlichen Ecke von Kawaramachi-Sanjo, einem der belebtesten Viertel von Kyoto, befindet, taucht man, sobald man die Treppe hinunter in den Keller steigt, in eine schicke und ruhige andere Welt ein.
Die Wurzeln des Unternehmens liegen in einem mobilen Kaffeestand, den der Gründer, Minoru Okuno, im ehemaligen Mandschurei eröffnet hatte.

Die Inneneinrichtung ist an ein Luxuskreuzfahrtschiff angelehnt. Elegante Ledersofas in Kamelfarbe, die an das Interieur eines Schiffes erinnern, sowie die Wärme ausstrahlende Holztheken und -wände und modern gestaltete Kronleuchter – jedes einzelne Element strahlt trotz seiner Schlichtheit Authentizität aus. Grüne Kacheln im Shimizu-Yaki-Stil verleihen den Wänden einen schicken Akzent.

Für den Kaffee werden ausschließlich selbst geröstete Bohnen verwendet. Man kann sagen, dass das Café eine Vorreiterrolle bei der Einführung von selbst geröstetem Kaffee gespielt hat.
Anscheinend werden die Bohnen auch heute noch nach und nach sorgfältig in einem 3-kg-Röstkessel im Elternhaus des Inhabers geröstet. Die Menge von 3 kg erleichtert die Regulierung der Hitze und ermöglicht es, die zu röstenden Bohnen genau im Blick zu behalten.
Je nach Herkunftsland bieten wir Kaffee in den Röstgraden „dunkel“, „mittel-dunkel“, „mittel“ und „hell“ an. Die Bohnen werden erst nach der Bestellung gemahlen und der Kaffee wird einzeln per Filterbrühverfahren zubereitet. Unsere Kaffeemischung zeichnet sich durch eine angenehme, kräftige Bitterkeit und einen vollmundigen Geschmack aus.

Auch die im Laden handgemachten Donuts sind sehr beliebt. Wenn man sie bestellt, werden sie noch einmal aufgewärmt serviert; von der Konsistenz her erinnern sie außen an knusprige Sata Andagi, während sie innen saftig sind. Sie sind nicht zu süß und haben einen schlichten, köstlichen Geschmack.
Es wird ab 12 Uhr serviert und ist nur solange der Vorrat reicht erhältlich. Wenn Sie es also unbedingt probieren möchten, sollten Sie frühzeitig vorbeikommen♪

1968 wurde das Geschäft auf das Erdgeschoss ausgeweitet; im Erdgeschoss ist das Rauchen erlaubt, im Untergeschoss hingegen nicht.
Im Erdgeschoss gibt es ein Frühstücksangebot (8:30–12:00 Uhr) und im Untergeschoss eine Bar (18:00–23:00 Uhr).
Auch beim Kaffee gibt es Unterschiede: Im Erdgeschoss wird ausschließlich die hauseigene Mischung in einem 10-Tassen-Filter aus Nylon serviert, da man dort Wert darauf legt, den „Geschmack eines traditionellen Cafés“ zu bewahren.
Da der Sohn das Geschäft im Erdgeschoss und der Vater das im Keller betreibt, macht es Spaß, die unterschiedliche Atmosphäre und den Unterschied im Geschmack des Kaffees zu vergleichen.

  • ■ Rikuyosha – Filiale im Untergeschoss
  • Adresse: 36 Daikoku-cho, Kawaramachi-Sanjo-sagaru, Nakagyo-ku, Kyoto, Untergeschoss 1
  • Tel.: 075-241-3026
  • Offizielle Website/ https://rokuyosha-coffee.com/

In Kyoto gibt es noch viele weitere einzigartige Retro-Cafés, die wir dieses Mal nicht alle vorstellen konnten.
Wie wäre es, wenn Sie in einem Café, das Ihnen ins Auge gefallen ist, eine schöne Zeit verbringen und die Atmosphäre der Entspannung genießen, die seit jeher beliebt ist?
Oder etwa nicht?